Als Hommage an meinen Vater, der diese Hochzeitszeitung für mich und meinen Mann zu unserer Hochzeit am 15. Mai 1981 gedichtet hat.

 

 

Papa, du bleibst unvergessen!

 

Es begab sich also zu der Zeit,

wo es an der Ostsee nicht mehr schneit,

dann ist selbst für schwäbische Bayern Preußen nicht mehr weit.

 

So kam also die "Kaiserliche Familie"

in ganz ungewohnte Gefilde.

So kamen also Kurt und die wilde Friedhilde

und waren so gar nicht im Bilde.

 

Was für Norddeutsche ein Gaumenschmaus,

da wird für Weißenhorner ein "Heiligs Blechle" draus,

und Dani hielt es sowieso schon im Kopf nicht aus.

Selbst Dietmar hatte schon die Spätzle vergessen,

also wurde zünftig Scholle gegessen.

 

Dazu gab`s Bier vom Fass ganz frisch,

doch wie isst man denn nur unfallfrei Fisch?

 

Beim Kurt da war es wie ein Wunder,

der wurde fertig mit so einer Flunder.

Was hätte auch Friedhilde gemeckert,

hätt Kurt sich im Norden mit Fisch bekleckert.

 

Daniela war so aufgeregt,

die hat ganz verzweifelt am Fisch rumgesägt,

und das hat natürlich Friedhilde erregt.

 

Nun kam es wie es kommen muss,

das Essen landet wie beim Goldenen Schuss,

genau auf Mutters weißem Schoß.

 

Doch weil wir alle ganz herzlich gelacht,

hat Friedhildchen auch lustig mit gemacht.

Dies war der erste Urlaubstag.

 

Da war doch noch was?

Es gab doch noch einen Spaß!

Darüber wollte ich noch sprechen,

wir wollten mit Kaiser`s in See stechen.

 

MS Gedser wurde ausgesucht,

doch leider war noch nicht gebucht.

In Sierksdorf sollte der Treffpunkt sein,

doch den Tag hat`s nicht sollen sein.

 

Entweder hat Friedhilde verpennt,

oder Kurt hat sich zu lange gekämmt.

Wir konnten nun nicht länger warten,

und mussten mit ganz heißen Rädern starten.

 

Kaum waren wir auf dem Schiff,

es auch schon vom Eurokai auslief.

Die Tampen waren gerade eingeholt,

da kam da unten etwas kleines rotes am Kai angerollt.

 

Wir winken nach unten und nanu?

Das rote Ding kam doch aus NU.

Friedhild stieg aus und wurde immer kleiner,

wer Schuld war an dem Pech weiß bis heute keiner.

 

Kurt war es jedenfalls nicht,

dem hingen die Haare noch tagelang im Gesicht.

 

Der schöne Helmut das ist bekannt,

der kommt aus Hamburg und wohnt auf dem Land.

Er wurde als Kind immer zu heiß gebadet,

und das hat ihm bis zum heutigen Tag geschadet.

 

Dafür hat er die Schönheit mit dem Löffel gegessen,

das sollte man hier auch nicht vergessen.

Er hat sein ganzes Leben geschafft,

und ist trotzdem wegen Schönheit vorbestraft.

 

Damit die Schwaben das auch alle erfahren,

musste er zum Vortrag nach Stuttgart fahren.

Und wenn ihr jetzt auch alle lacht,

für ihn wurde in Bad Cannstadt extra ein Volksfest gemacht.

 

Und wie ihr ihn wohl alle kennt,

er war eingeladen von Sikkens und Daimler Benz.

Da hat man ihm die eingebaute Vorfahrt erklärt,

und warum das Auto nur mit geputzter Schießscharte fährt.

 

Eines verzeihe ich den Schwaben nie,

die bauen Autos zu dicht bei der Chemie.

Sie schaffen heute auch etwas zu hastig,

denn Mercedes besteht heut schon zur Hälfte aus Plastik.

 

Es ist für einen Fachmann wie im Auge ein Dorn,

drum fuhr er zuerst nach Weißenhorn.

Hier fiel er dann auch kräftig auf,

und das kam so, nun passt mal auf.

 

Karin konnt ihm grad noch zu hauchen,

"Bei Friedhilde darf man nicht im Wohnzimmer rauchen".

Nun kam die Probe aufs Exempel,

es roch nach hautnahem Gerempel.

 

Helmut steckt sich eine Zigarette an,

und ratet mal was dann kam?

Mit Weißenhorner Gastlichkeit,

stand Friedhilde mit dem Aschenbecher bereit.

Der Kurt konnte es auch nicht lassen,

der ging aus Angst gleich auf die Terrasse.

 

Den Weißenhornern Oma und Opa Vogt,

hier ein ganz besonderes Lob.

Das sie einer norddeutschen Pflanze galant,

reichten ihre hilfreiche Hand.

 

Sie halfen den Kindern, das wollte Gott,

den beiden in ihrer ersten Not.

So etwas wie Dietmar`s Oma und Opa,

gibt es selten in ganz Europa.

 

"Was ich nicht weiß,

macht mich nicht heiß,"

so der Wahlspruch von Tante Würl

wie man hier weiß.

 

Sie ist wirklich eine nette Person,

der Aprilscherz Harald ist ihr Sohn.

Er hat das Wissen mit dem Löffel gegessen,

hat in der Schule immer am Fenster gesessen.

Daher also der helle Kopf

auch sonst immer korrekt und salopp.

 

Da wäre dann noch Haralds Vater,

den stört auch nicht das tollste Theater.

Er ist die Ruhe in Person,

ein Holzwurm von echtem Schrot und Korn.

Er ist so schweigsam wie ein Stück Holz,

Tante Würlis ganzer Stolz.

 

Nun hört euch mal dieses an,

was so eine Kaiserliche Hoheit alle kann.

Er hat eine eigene Schreinerei,

und ein Arbeitsamt so nebenbei.

 

Es gibt eben Schwaben, ihr werdet lachen,

die müssen auch Samstag und Sonntag schaffen.

Damit wir es nun alle wissen,

es blieb noch Zeit Zwillinge zu schnitzen.

 

Den Kutte und seinen Bruder,

die Mutter hielt sie gut unter Futter.

Wetten das! Es wusste bisher keiner,

der Kurt ist nicht Friseur, er ist auch Schreiner.

 

Nun biegen sich hier bald die Balken im Zimmer,

wie heißt es doch! Holz arbeitet immer.

und schaffe schaffe Häusle bauen,

und den Rest auf Gott vertrauen.

 

Was Friedhilde mit Dani nicht schafft,

wird von Oma Danek gemacht.

Das tut besonders bei der Erziehung gut,

und macht der frechen Göre Mut.

 

Von beiden Erziehern das Beste zu holen,

denn keine hat den Mut, sie zu versohlen.

Solange sie Oma Danek hat,

wird Daniela immer satt.

 

Die Schadenfreude steht in seinem Gesicht,

der Dietmar ist gefangen und ich noch nicht.

Der Riesenegger Josef gibt sich die Ehre hier,

und ertränkt seinen Kummer mit viel Bier.

 

Er hat schon so manchen Bock geschossen,

und ist immer unverdrossen.

Auf dem Stahlross von der Post,

findet er täglich seinen Trost.

 

Ein halbes PS mit Kniescheibenzündung,

bringt Josef auch so manche Verbindung,

die jeden Briefzusteller ehrt,

denn wer gut schmiert, der auch gut fährt.

 

Doch wer den Fredl Fesel nicht kennt,

hat auch in Hamburg die Welt verpennt.

den Handklingeljodler er für Josef schrieb,

denn wer sein Radel liebt der schiebt.

 

Ein Fahrrad das nicht fährt,

ist nicht die Hälfte wert.

Denn eines Tages besiegt der Rost,

auch noch die Bayerische Bundespost.

 

Wie ich den bayerischen Erfindungsgeist seh,

gibt es bald Mofas in gelb von BMW.

Auf BMW steht jede Frau,

drum bleib bei der Post, dann bist du schlau.

 

Nach Josef kommt jetzt noch Maria,

die ist heut mit ihrem Werner da.

Die Fassolds trugen bei zum Gelingen,

Friedhildes Sohn unter die Haube zu bringen.

 

Die Milchmädchenrechnung ist aufgegangen,

der Dietmar ist jetzt bei Karin gefangen.

Nun hat man jeden Monat, wenn`s ums Milchgeld geht,

ein neues Thema - wie es um die Ehe steht.

 

Und dann wird`s bestimmt wieder furchtbar spät,

was an Werner spurlos vorüber geht,

Er braucht die warme Milch ja nicht zu saufen,

er kann sich ja ein Weizenbier kaufen.

 

Als Angestellter beim Straßenbauamt,

da gibt es auch mal einen kräftigen Brand.

Wer täglich als Straßenjunge lebt,

auch gern mal eine Maß erhebt.

 

Und hat er zehn bis zwölf davon runter,

gibt Maria ihm die Brust, denn Milch macht munter.

Gebranntes Kind scheut nicht das Feuer,

doch Milch ist auch in Bayern teuer.

Drum nimm dir gern mal einen zur Brust,

das weckt bei jedem Ehemann die Lust.

 

!!!!!Achtung!!!!!

Die Redaktion des Blattes gibt bekannt!

Auf Druckfehlerteufeleien, ernst gemeinte Beschwerdebriefe und was dergleichen - eventuelle Eingeschnapptheiten - mehr es noch geben sollte, kann aus Mangel an Raum nicht reagiert werden.

 

Nachtrag

Trau nie einem Trauzeugen, ehe alles vorbei ist.

Wir dachten es ginge wohl alles gut,

in Weißenhorn und Berg und Roth.

Doch jetzt wird erstmal der Post-Schorsche rot.

In Deutschland ist es nun mal Brauch,

dass ein Trauzeuge auch einen Bundespass braucht

doch hier begann dann der Spaß.

er hatte nicht mal einen bayerischen Reisepass.

So kam es zur Rallye Ehebund

von Berg nach Weißenhorn einmal die Rund.

Zuerst wurden wir von einem Traktor gebremst,

dann waren da auch noch zwei Autos verklemmt,

es fehlte nur noch das das Standesamt brennt.

So lernten wir richtig Weißenhorn kennen.

Die Bordsteine wurden hochgeklappt

mit 120 düsten wir ab nach Pfaffenhofen

zum Standesamt mit Brautpaar und allen Doofen.

Hier wurde der Ehevertrag gemacht

ich hoffe, das darüber niemand lacht,

wie man im schwäbischen Bayern standesamtliche Hochzeit macht.

 

Copyright Helmut Vogt