Viele Freunde
Viele Freunde komm´ und gehen,
manche bleiben aber da,
ich hoffe stets,
denn das wäre wunderbar,
das du bleibst für immer da!

 

 

Irgendwann im Juni 2007 fing diese Geschichte an. Eigentlich schon früher, als ich auf die glorreiche Idee kam mir einen zweiten Arbeitsplatz zu suchen, weil mein Mann und ich ja auch mal in Urlaub fahren wollten. Da man im Urlaub ja nicht so auf das Geld schauen will fing ich an mir einen Nebenjob zu suchen.  Es klappte schneller als ich dachte und am 26. November 2007 fing ich an am Nachmittag in einem Nebenjob putzen zu gehen. Mein Arbeitgeber war eine Gebäudereinigung bei der ich viele Jahre vorher schon einmal angestellt war. Ich wurde wohl deswegen sofort eingestellt.

Also ging ich am Vormittag meine sechs Stunden arbeiten und nachmittags fuhr ich mit dem Fahrrad nach Weißenhorn um dort eine Halle in einer großen Firma zu putzen.

Diese zwei Jobs dümpelten eine ganze Zeit ruhig vor sich hin. Irgendwann stellte ich so nebenbei fest dass ich meine Vorarbeiterin von früher kannte aber sonst ergab sich nichts besonders aufregendes.

Das sollte sich jedoch bald auf eine Art und Weise ändern, die wohl niemand in Betracht gezogen hätte, selbst wenn man alle Möglichkeiten einbeziehen würde.

Ich bin ja auch ein wenig im Internet aktiv da gibt es das „Team Ulm“. Da bin seit 2007 schon angemeldet und hatte auch einige Kontakte die meisten locker um sich zu unterhalten. Irgendwie kam ich dann auf das Profil von einer gewissen mami44. Man hat sich nur ab und zu mal unterhalten meistens auch nicht lange. Ihr damaliger Mann und mein Mann kannten sich flüchtig. Auf jeden Fall haben wir uns verhältnismäßig schnell wieder aus den Augen verloren.

 

Also gingen die Tage so weiter wieder erst Hauptjob dann Nebenjob. Als Reinigungskraft hat man auch die Aufgabe ab und zu die Waschmaschine auszuräumen, dabei hat man dann auch mal seltsame Begegnungen. Ich räum grad die Maschine aus – die Tür geht auf- eine ziemlich energische und in meinen Augen unfreundliche Kollegin schwirrt an mir vorbei, fast ohne Gruß und verschwindet wieder. Das diese unfreundliche Kollegin meine beste Freundin wird und es sich um meine flüchtige Internetbekanntschaft handelte  war da noch nicht abzusehen.

Ein paar Tage später gab mir meine Vorarbeiterin einen Kaffee aus und wir stellten uns dazu in eine Ecke mit zwei Tischen. Da war sie wieder! Diese Person die ich nicht mochte. Aber ich kannte sie und wusste nicht woher. Nach kurzem nachdenken und um sie rumlaufen (grins sie hat wohl auch gedacht man ist die blöd) kam ich dann drauf hab mich aber nicht getraut sie anzusprechen. Also fuhr ich nach Hause und machte meinen PC um mich zu überzeugen dass ich richtig lag. Tatsächlich es war mami44 und ich war total überrascht. Aber jetzt hatte ich Mut und schrieb sie einfach an. So kamen wir das erste Mal in eine Unterhaltung, die aber auch eher beiläufig war.

Wir sahen uns natürlich jetzt öfter beim arbeiten und es blieb nicht aus das wir das erste Mal einen Kaffee trinken gingen in Neu-Ulm. Dabei redete nur sie ich kam fast nicht zu Wort. Sie erzählte mir von ihrem Leben und es entstand langsam so was wie Vertrauen. Ich konnte mir das was sie mit machte nicht länger mit ansehen und sie zog dann mit den zwei Kindern zu uns.

Plötzlich waren wir statt vier Leuten in einer Familie eine Wohngemeinschaft mit sieben Leuten. Das war eine echte Herausforderung die wir aber gemeistert haben. Es war für meine Familie und für sie und die beiden Kinder eine sehr schwere aber irgendwie auch schöne Zeit.

Nach fünf Monaten fand sie dann eine Wohnung und wir halfen beim Umzug. Fast zur gleichen Zeit zogen wir auch um. Die stressige Zeit war rum und eigentlich waren alle erleichtert.

Heute können wir sagen das unsere Freundschaft alle aber wirklich alle Stürme bis heute überstanden hat und das sie eher noch viel tiefer geworden ist.

Ich möchte mit dieser Seite eigentlich nur sagen dass Freunde neben der Familie das wichtigste auf der Welt sind, und dass man sie niemals vernachlässigen sollte.

Also, wenn ihr wirkliche Freunde habt, dann haltet sie fest, so was ist mehr wert als man manchmal denkt.

 

Copyright Karin Vogt

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